Malen als Ausgleich
Ich stehe mit 42 Jahren mitten im Leben – und doch habe ich das Gefühl, dass meine Reise als Künstlerin gerade erst richtig begonnen hat. Seit ich denken kann, male ich, experimentiere, entdecke. Kreativität war für mich immer ein fester Bestandteil meines Lebens. Vielleicht ist es genau dieses stetige Dranbleiben, das mich geprägt hat: Seit 2002 bin ich Mitglied im Kirchhainer Künstlerkreis – damals wie heute als jüngstes aktives Mitglied. Über die Jahre hinweg haben mich viele Künstlerinnen und Künstler begleitet, aus dem Verein selbst, aus dem Kulturkreis Stadtallendorf und darüber hinaus. Von ihnen durfte ich lernen, mich inspirieren lassen und meinen eigenen Weg finden.
Stillstand gibt es für mich nicht. Deshalb besuche ich regelmäßig Mal-Workshops bei denen ich mit renommierten, freischaffenden, nationalen und internationalen Künstlern arbeiten kann. Diese Begegnungen eröffnen mir immer wieder neue Perspektiven und erweitern meinen kreativen Horizont.
Beruflich bin ich als Industriekauffrau tätig und unter anderem für Marketing verantwortlich. Auch hier kann ich meine kreative, bildhafte Denkweise einbringen – eine Verbindung, die meinen Alltag bereichert und mir zeigt, wie vielseitig Kreativität sein kann.
Meine eigentliche künstlerische Arbeit entsteht jedoch oft in der Ruhe: autodidaktisch in meinem Atelier zu Hause. Das Malen ist für mich ein Ausgleich zum Alltag, ein Eintauchen in eine Welt, in der Zeit und Raum ihre Bedeutung verlieren. Gleichzeitig genieße ich aber auch das gemeinsame kreative Arbeiten in Workshops und Malkursen – der Austausch, die Energie, das gemeinsame Schaffen.
Farben, Formen, Freiheit – meine Kunst kennt keine Grenzen
In meiner Kunst lege ich mich bewusst nicht fest. Ich arbeite mit unterschiedlichen Stilrichtungen und Malmitteln, immer geleitet von einer einfachen, aber entscheidenden Frage: Würde ich mir dieses Bild selbst in meine Wohnung hängen? Eine klare stilistische Begrenzung würde sich für mich wie ein zu enger Rahmen anfühlen – und genau diesen möchte ich mir nicht setzen. Deswegen male ich auf Papier, Holz oder Leinwand in Aquarell, Acryl oder Öl – von realistisch bis abstrakt.
Besondere Herausforderungen waren Gemälde für die Region, der Hintergrund der weihnachtlichen Krippe und ein Großformat für den Treppenaufgang im Treffpunkt, beides in Rüdigheim. Für Anzefahr durfte ich das Titelbild für die Dorfchronik anlässlich des 800-jährigen Jubiläums gestalten. Bei diesen Bildern war mir der Wiedererkennungseffekt der Orte besonders wichtig, weshalb ich mich bewusst für einen realistischen Stil entschieden habe.
Meine Werke konnte ich bisher bereits in regionalen Ausstellungen in Kirchhain, Sindersfeld, Stadtallendorf und Marburg präsentieren. Darüber hinaus auf Reisen mit dem KKÜ nach Usedom, Malente, Marktredwitz, Wismar, Bad Reichenhall, Titisee-Neustadt und Rügen. Doch das ist für mich erst der Anfang. Ich freue mich darauf, noch viele weitere Jahre gemeinsam mit dem Verein auszustellen, zu malen und kreativ zu sein – immer neugierig, immer in Bewegung, immer auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen.
